Makrofotografie 1 - Zwischenringe

Seit langem mal wieder ein Artikel auf meiner Seite und dazu noch einer zur Fotografie. Es soll um die Darstellung von kleinen Dingen gehen, also Makroaufnahmen. Ich werde den Artikel auch in mehrere Teile gliedern, weil er sonst etwas zu umfangreich wird. Aber der Reihe nach,

Ich finde Makrofotos faszinierend. Es ist spannend, kleine Dinge, manchmal Alltägliches auf Fotos groß darzustellen. Ich hab mich selbst aber nie wirklich damit beschäftigt. Ein Makroobjektiv habe ich aktuell nicht, es gibt aber einige andere Varianten, mit denen man ähnliche Ergebnisse erzielen kann. Dazu kommt, dass ich aktuell tatsächlich in der Situation bin, Makros ausnehmen zu wollen, allerdings zu dokumentarischen Zwecken. Daraus ergibt sich für mich die Anforderung nach detaillierter und idealerweise durchgehend scharfer Abbildung eines Objekts, was bei vielen Makroaufnahmen nicht unbedingt notwendig ist. Das sollte bei der Lektüre meiner Artikel im Hinterkopf bleiben.

Im ersten Artikel geht es um Zwischenringe. Das ist keine neue Erfindung, die gab es schon zu analogen Zeiten. Diese kommen zwischen die Kamera und das Objektiv. Das schränkt sie schon mal auf Kameras ein, die ein Wechselobjektiv haben. Durch den erhöhten Abstand wrischen Objektiv und Film/Sensor verringert sich die Einstellgrenze, also der minimale Abstand zwischen Frontlinse Objekt. Diese Ringe gibt es für alle Kamerasysteme und in verschiedenen Größen, teilweise auch mit elektronischen Kontakten, die eine Steuerung des Objektiven zulassen, z.B. für die Blende oder den Focus. Die Ringe enthalten keine Optik und wirken sich somit weder auf die Lichtmenge noch die Qualität aus. Mir stehen sehr alte Soligor Zwischenringe in den Größen 12mm und 36mm zur Verfügung, die man zusammen auch als 48mm nutzen kann. Zum Set gehört eigentlich noch ein 24mm Ring, den ich aber nicht habe. Das Set habe ich mal sehr günstig gebraucht gekauft.

Zum Einsatz kamen die Ringe an der EOS R6 MkII mit EF Adapter sowie einem Sigma 85mm 1:1,4 Objektiv. Ohne die Zwischenringe ist die Einstellgrenze ca. 71cm. Zuerst mal die nackten Fakten:

RingEinstellgrenzeAbbildungsmaßstab
12mm33cm0,27
36mm17cm0,55
48mm (12+36)14cm0,7

Die Bilder meines Versuchs sind in der Galerie unten zu sehen. Hier meine Einschätzung und Zusammenfassung:

Zwischenringe liefern auch im Randbereich eine gute Schärfe, natürlich abhängig vom verwendeten Objektiv. Die Schärfentiefe nimmt enorm ab. Die wellige Münze hat Höhenunterschiede von ca. 2mm. Es ist deshalb eine hohe Blende zu wählen, um die Münze komplett in Schärfe darzustellen. Bei Blende 16 sind dann allerdings schon leichte Beugungsunschärfen zu sehen. Es ist also ein Kompromiss. Durch weitere Versuche muss noch ermittelt werden, welche Kombination sinnvoll ist. Die Verringerung der Schärfentiefe ist dabei bereits bei 12mm Zwischenring deutlich.

Die Verwendung von Zwischenringen kann als eine gute Alternative zu einem Makroobjektiv gesehen werden. Da kein zusätzliches Glas in den Lichtfluss kommt, ist keine Verschlechterung der Bildqualität zu erwarten. Die Ringe sind relativ preiswert zu bekommen. Der maximale Vergrößerungsfaktor, den ich erreichen konnte war 0,7, was einem Objektiv 1:1,4 entspricht. Mit weiteren Ringen sind sicher höhere Vergrößerungen möglich, allerdings auf Kosten der Tiefenschärfe, die dann im 1/10 Millimeterbereich liegen wird.